Montag, 30. April 2018

Schachblog 2018-008

Schachblog 2018-008

(30.04.2018)

Ich möchte im Folgendem meine Lichess-Ziele für Mai 2018 festsetzen. Bevor ich das tue, muss ich mir den Ist-Zustand vergengenwärtigen.

Aktuelle Lichess ELOs

Bullet: 1417
Blitz: 1510
Rapid: 1667
Classical: 1672

Wie wir sehen schließe ich im Bullet mit 1400+ ab. Im Blitz schließe ich mit 1500+ ab. Im Rapid schließe ich leider nicht mit 1700+ ab, sondern ebenso wie im Classical-Bereich mit 1650+. Diese Wertze könnten einen Hinweis darauf geben, welchen Wert ich Ende Mai nicht unterschreiten sollte. Schauen wir uns als nächstes vielleicht die besten Rankings an. Es wäre doch schön, wenn ich im Mai diese Werte überbieten könnte oder mindestens in ihre Nähe käme.

Höchste ELOs auf Lichess

Bullet: 1539 (aktuell 1417)
Blitz: 1613 (aktuell 1510)
Rapid: 1803 (aktuell 1667)
Classical: 1721 (aktuell 1672)

Meine Interpretation dieser Zahlen ist, dass mir grundsätzlich mehr Bedenkzeit besser bekommt, was logisch erscheint. Im Classical kommt diese Bedenkzeit dem Gegner jdoch wieder mehr entgegen, was ich grundsätzlich so interpretiere, dass ich in den anderen Modi entweder von Fehlern des Gegners profitiere, die unter Zeitdruck passieren, welche bei mehr Bedenkzeit ausbleiben, oder dass meine Fehler angesichts des Zeitdruckes seltener bestraft werden. Im Turnierbereich habe ich festgestellt, dass ich nach etwa einer Minute Bedenkzeit pro Zug keine signifikanten Verbesserungen in meinem Spiel mehr feststellen kann durch längeres Überlegen. Fehler, welche dann passieren, entspringen meinem fehlenden Verständnis des Schachspiels. Woraus ich zwei Dinge ableite: Erstens sollte ich mein Schachverständnis vertiefen. Zweitens sollte ich die charakterliche Stärke entwickeln mindestens diese Zeit pro Zug aufzuwenden, wenn die festgesetzte Bedenkzeit das zu lässt. Für Lichess ist dies irrelevant, weil man stets unter Zeitdruck spielt.

Welche Ziele leite ich nun aus diesen Zahlen ab? Mit folgenden Werten würde ich Mai 2018 gerne auf Lichess abschließen.

Ziel ELOs auf Lichess (Ende Mai 2018):

Bullet: zwischen 1400+ und 1500+
Blitz: zwischen 1500+ und 1600+
Rapid: zwischen 1700+ und 1800+
Classical: zwischen 1700+ und 1750+

ELOs sind nicht alles, deshalb die Frage: Welche anderen Ziele möchte ich mir setzen? Ziele sollten nach Möglichkeit messbar sein. Ich habe verschieden gut messbare, weitere Ziele, die ich nun aufzählen möchte:

Fehler und Patzer vermeiden.
Regelmäßiges Spielen.
Mehr Partien zu analysieren.
Das Erarbeiten eines Repertoires.
Regelmäßig und konzentriert Puzzles lösen.

Ich möchte jetzt auf die Messbarkeit einghehen beziehungsweise zeigen, wie ich diese Ziele messbar machen möchte. Außerdem möchte ich ihren Inhalt kurz erläutern.

Fehler und Patzer vermeiden:

Lichess unterscheidet in der Analyse zwischen Ungenauigkeiten, Fehlern und Patzern. Ich möchte diese Zahlen gerne aufzeichnen und auswerten, um aus Ist-Werten Soll-Werte zu machen. Allerdings ist mir in der Vergangenheit schon bewusst geworden, dass diese Zahlen sehr wenig aussagekräftig sind. Es gibt viele Faktoren, die beeinflussen wie viele Fehler und Patzer man macht und die Ungenauigkeiten basieren macnhmal nur auf der oberflächlichen Analyse durch die Engine und haben gar keine praktische Bedeutung. Beim Bullet sind Patzer wahrscheinlich nicht auszuschließen und auch beim Blitz kann es eventuell als Deal mit dem Zeitmanagement gewertet werden. Trotzdem glaube ich, dass ich grundsätzlich eine "Patzer-Intoleranz" entwickeln sollte. Objektiv betrachtet ist ein Patzer das gleiche wie der Verlust der Partie. Man sollte sich hier nicht durch die Unfähigkeit des Gegners hinters Licht führen lassen. Das heißt aber nicht, dass Patzer und Fehler die Moral brechen dürfen. Im Grundsatz sollte es mehr um den Umgang mit Fehlern und Patzern als um die Vermeidung gehen. Das Ausbleiben von Fehlern und Patzern sollte automatisch dem Nachfolgen. Falls nicht muss man seinen Umgang mit den selben überdenken. Das Erfassen der Fehler und Patzer setzt vorraus, dass man die Lichess-Analyse durchführt. Das deckt sich mit einem anderen Ziel in meiner Liste und hier muss ich Enrsthaftigkeit und Willensstärke entwickeln. Was die Anzahl der Fehler betrifft, sollte man sich vornehmen sie tendenziell zu reduzieren von Monat zu Monat. Im Umgang mit den Fehlern und Patzern würde ich folgende Strategie versuchen wollen:

Ich nehme mir Zeit jeden Fehler(Patzer) zu analysieren und mir die Frage zu stellen, was meine Intention war und warum ich diesen Fehler gemacht habe. Eventuell kann man die Fehler dadurch in Kategorien einteilen und bekommt Ideen dafür wie man die Kategorien gezielt bekämpft. Außerdem gebe ich mir Mühe den schachlichen Hintergrund eines jeden Fehlers zu verstehen. Ich möchte verstehen, weshalb die Lösung besser ist. Fehler, die ich nicht verstehe, werde ich sammeln und anderen Schachspielern vorlegen. Ich werde Rat erbeten. Aber auch die restlichen Fehler werde ich sammeln und in Ehren halten. Im Prinzip ist doch jeder Fehler auch Anlass zur Freude, weil er Probleme offenbart und Chancen zur Verbesserung bietet. Wenn Fehler nicht mehr auftauschen, um so besser, aber auch gut, wenn sie auftauchen und nicht aus mangelder Aufmerksamkeit entstanden sind. Alle Fehler, die nicht fahrlässig geschehen sind, sind wertvoll. Das ist einfach eine Tatsache.

Regelmäßiges Spielen

Das ist so eine Sache mitz dem regelmäßigen spielen. Hier will ich natürlich auf eine Anzahl hinaus und aber auch auf eine gute Verteilung, also am besten auf ein tägliches Ziel. Was leichte Utopie ist. Ich möchte zwei Partien pro Modus und Tag in die Luft spekulieren. Also 60 pro Monat. Aber alles unter sehr starken Vorbehalt. Eine gewisse Quantität halte ich für nötig und hiermit sei ein Richtwert festgelegt, der im nächsten Monat mit den konkreten Zahlen vergleichen werden kann. Wichtiger aber fi9nde ich die Qualität und damit kommen wir im Prinzip zum nächsten Punkt: Die Analyse.

Mehr Partien zu analysieren:

Ich sage es wie es ist: Eigentlich möchte ich sagen, dass ich alle Partien analysiere und als Ideal möchte ich es hochhalten. Leider weiß ich, dass ich charakterlich schwach bin und das vermutlich nicht umsetzen werde. Als Minimal-Ziel möchte ich festlegen, dass ich die Lichess-Analyse durchlaufen lasse, um die Fehler und Patzer zu notieren. Ich möchte sehr hoffen und daran glauben, dass daraus mehr entsteht. Hier möchte ich ein paar Strategien entwerfen, die mir dabei helfen könnten. Ich möchte mit mir aufrichtig den Pakt schließen, dass ich alles daran setzen möchte dieses Vorhaben bestmöglich umzusetzen. Nicht ohne mir Nachsicht zu erlauben.

Im Prinzip möchte ich die Haltung entwickeln und muss ich die Haltung entwickeln, dass in der Analyse die Freude des Schachspiels liegt. In gewissem Umfang stimmt das sogar. Gewisse andere Faktoren machen das reine Spielen allerdings zu einem kurzfristig, bequemeren Spaß. Ich möchte mich ermutigen die Anstrengungen auf mich zu nehmen, um das bessere Glück zu erfahren. Die große Freude am Entdecken und Erforschen des Spiels.

Ich halte es als Strategie für sinnvoll, dass ich die Analysen des Tages an einer bestimmten Zeit bündle und dann konzentriert und gewissenhaft ausführe. Um mich damit nicht zu überfordern, ist es sinnvoll mich in der Menge der gespielten Partien zu mäßigen. Ich muss versuchen herauszufinden wie viel möglich ist und mich daran orientieren. Ich möchte stichpunktartig festhalten, wie es mir Freude bereitet, um mich daran erinnern zu können, wenn die Motivation sinkt. Ich möchte versuchen einen Weg zu finden, die Erfolge der Analyse sichtbar zu machen. Zu oft sieht man nur die Anstrengung, aber nicht die Früchte der Analyse und das demotiviert. Ich möchte versuchen, die Analyse immer gut gelaunt zu machen und nicht das Gefühl von Pflicht aufkommen zu lassen. Wenn das möglich ist ohne, dass es die Analysetätigkeit negativ beeinflusst, würde ich gerne die Analysen anderen zugänglich machen, weil ich davon ausgehe, dass mir dies Freude bereitet und mich motiviert. Es wird mir nicht immer leicht fallen, aber ich muss mir auch bewusst machen, dass ich einen Teil von mir verleugne, wenn ich den leichten Weg gehe. Ich werde Willensstärke entwickeln und mir beweisen, dass ich das kann. Zumindest für Mai möchte ich diesen Pakt mit mir schließen, dass ich jede Partie analysiere. Im Juni mag ich wieder den bequemeren Weg gehen, wenn es mir nicht gefallen hat, aber für Mai möchte ich festhalten, dass ich mich nötigen falls dazu zwinge und am nächsten Tag keine neue Partie spielen werde bevor ich nicht die Partien des Vortages komplett analysiert habe.

Über die Verfahren könnte ich wieder einen Roman schreiben. Zunächst soll ein nachspielen und festhalten meiner Intentionen stattfinden. Außerdem die Lichess Analyse, allerdings nach Möglichkeit erst im Anschluss.

Das Erarbeiten eines Repertoires

Das ist sehr schwer quantifizierbar und wird sich irgendwie in die Analyse integrieren müssen. Ich bin zuversichtlich, dass dies gelingen wird.

Regelmäßig und konzentriert Puzzles lösen

Ich würde sagen, dass ich mir zunächst genau dies vornehme: Ich löse jeden Tag ein Lichess-Puzzle aufmerksam und konzentriert. Das ist vielleicht schon schwer genug einzuhalten. Eine Anpassung kann beim nächsten Mal erfolgen.

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